Kalkulation

Die Leasinggesellschaften kalkulieren für die Errechnung der Leasingrate neben der Rückführung des von ihnen eingesetzten Kapitals, der Zinsaufwendungen und der Risikokosten auch eine Marge für die Vertriebs- und Verwaltungskosten.

Kalkulatorische Laufzeit

Die Laufzeit eines Leasingvertrages hängt von der Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes ab. Die Schätzung der Nutzungsdauer ist gem. § 252 Abs 1 Nr. 4 HGB vorsichtig vorzunehmen. Dementsprechend wird eher von der kürzeren wirtschaftlichen als von der längeren technischen Nutzungsdauer ausgegangen. Bei der Festlegung der Nutzungsdauer kann man sich an der tatsächlichen Nutzungsdauer von gleichartigen Gegenständen aus der Vergangenheit orientieren und die individuellen Verhältnisse des Nutzenden einbeziehen. Ferner kann man die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der amtlichen AfA-Tabellen zur Kalkulation heranzuziehen. Dieses hat den Vorteil, dass bei Anwendung der steuerlichen Abschreibungsdauer die Werte der Handelsbilanz auch für die Steuerbilanz anerkannt werden. Für die Kalkulation der Leasingrate wird die kalkulatorische Nutzungsdauer herangezogen. Diese entspricht bei unkündbaren Leasingverträgen 40 bis 90 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der AfA-Tabelle. Bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 5 Jahren liegt demnach die kalkulatorische Nutzungsdauer im Bereich von 24 bis 54 Monaten. Bei kündbaren Verträgen kann frühestens nach Ablauf von 40% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gekündigt werden, wobei grundsätzlich der noch nicht amortisierte Teil in Form einer Abschlusszahlung fällig wird.

Kaufoption

Eine Kaufoption ist eine Option, bei welcher der Käufer das Recht -nicht aber die Pflicht- hat, an einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmtes Wirtschaftsgut zu einem im Voraus festgelegten Preis zu kaufen. Bei Vollamortisationsverträgen wird dem Leasingnehmer zum Teil eine solche Option eingeräumt. Bei Immobilien-Leasingverträgen ist diese Kaufoption zum Restbuchwert die Regel. Der Leasingnehmer erhält dadurch die Möglichkeit, den Unternehmensstandort langfristig zu sichern und entstehende stille Reserven für sich zu nutzen.

Konversion

Bei langfristigen Leasingverträgen, wie dem Immobilien-Leasing oder beim Leasing von Großmobilien werden die Zinskonditionen selten über die gesamte Laufzeit festgeschrieben und Zinsanpassungsklauseln festgelegt. Die Zinsfestschreibungsperioden lagen in der Vergangenheit meist bei 5 oder 10 Jahren. Nunmehr werden auch Zinsfestschreibungen über 15 und 20 Jahre vereinbart. Zum Konversionszeitpunkt, also nach Ablauf der Zinsfestschreibungsperiode werden die Leasingraten auf Basis der dann aktuellen Zinssituation neu kalkuliert. In dieser Hinsicht ist der Leasingnehmer dem traditionellen Darlehensnehmer gleichgestellt.

Laufzeit des Leasingvertrags

Die Laufzeit des Leasingvertrages richtet sich nach den steuerlichen Vorschriften und dem wirtschaftlich sinnvollen Nutzungszeitraum eines Leasingobjektes. Immobilien-Leasingverträge werden meist über 20 bis 25 Jahre abgeschlossen.  

Laufzeitkongruenz

Die Laufzeit der Leasingverträge sollte möglichst kongruent zu den vorgesehenen Nutzungszeiten der Leasingobjekte gestaltet werden.

Leasing

Unter Leasing versteht man die Gebrauchsüberlassung eines Investitionsgutes auf Zeit und gegen Entgelt. Die als Leasinggesellschaften bezeichneten Unternehmen erwerben nach den Vorstellungen und Bedürfnissen des Leasingnehmers die entsprechenden Wirtschaftsgüter und überlassen diese dem Leasingnehmer gegen ein Entgelt. Leasing hat zahlreiche Erscheinungsformen, welche sich aus den unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten ableiten.

Leasingantrag

Soll eine Investition über Leasing realisiert werden, tritt der Leasingnehmer mittels eines Leasingantrages an den Leasinggeber heran. Den Antrag kann der Leasingnehmer beim Hersteller bzw. Händler selbst oder bei einer seiner Wahl entsprechenden Leasinggesellschaft erhalten. Der Leasingantrag ist Voraussetzung und Grundlage für den sich anschließenden 

Siehe: Leasingvertrag

Leasing - "Dreieck" - Verhältnis

Beim Leasing sind grundsätzlich drei Parteien beteiligt: der Leasinggeber, der Leasingnehmer und der Hersteller bzw. Lieferant. Aus diesem Grund spricht man von einem Drei-Parteien-Verhältnis. Die Leasinggeber schließt mit dem Hersteller bzw. Lieferanten einen Kauf- und Liefervertrag (oder tritt in einen bestehenden Kaufvertrag des Leasingnehmers ein) und mit dem Leasingnehmer einen Leasingvertrag. Verhandlung und Beratung über bzw. zum Leasingobjekt finden in erster Linie zwischen dem Leasingnehmer und dem Hersteller bzw. Lieferanten statt.

Leasinggeber

Beim Immobilien-Leasing tritt als Leasinggeber meist eine eigens für das jeweilige Investitionsvorhaben gegründete Objektgesellschaft auf. Dieser aufwendige Weg wird aus steuerlichen Gründen und aufgrund der Sicherstellung der Ansprüche des Leasingnehmers gewählt.

Leasing-Bemessungsgrundlage

Bemessungsbasis für das Leasingentgelt sind die vom Leasinggeber aufgewendeten Gesamtinvestitionskosten (GIK). Immobilienleasingverträge sehen als Gesamtinvestitionskosten alle mit dem jeweiligen Investment verbundenen Positionen, außer Mobilien und Betriebsvorrichtungen vor. Somit umfassen die GIK die Baukosten, die Baunebenkosten, die Kosten für Grundstück, Grunderwerbsnebenkosten, Zwischenfinanzierung und alle mit der Umsetzung des Leasingvertrages verbundenen Kosten.

Leasing-Bedingungen (AGB-Allgemeine Geschäftsbedingungen)

Die AGB sind Grundlage des zwischen dem Leasinggeber und dem Leasingnehmer geschlossenen Leasingvertrages. Sie regeln die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Vertragspartner.

Leasingnehmer

Der Leasingnehmer least als Vertragspartner des Leasinggebers ein Wirtschaftsgut über eine bestimmte Leasingzeit und nutzt dieses auf der Grundlage des Leasingvertrages.
Das Leasingobjekt steht zumeist im rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentum des Leasinggebers, wodurch dieses beim Leasingnehmer bilanzneutral und der Gewerbesteuer nicht unterworfen ist. In der Gewinn- und Verlust-Rechnung des Leasingnehmers sind die Leasingraten in voller Höhe als Betriebsausgaben absetzbar.

Ist hingegen der Leasingnehmer wirtschaftlicher Eigentümer nach § 39 Abgabenordnung sowie Leasingerlass, so muss dieser das Wirtschaftsgut aktivieren. Der Leasingnehmer kann dann lediglich den Zins- und Kostenanteil als Betriebsausgabe geltend machen.

Leasingvertrag

Ein Vertrag regelt grundsätzlich das Verhalten durch eine gegenseitige Selbstverpflichtung. Er wird freiwillig zwischen zwei oder mehreren Parteien geschlossen, wobei jede Partei sich verpflichtet etwas Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen. Der Leasingvertrag regelt dementsprechend die Art und Durchführung des Leasinggeschäfts und die jeweiligen Rechte und Pflichten der Parteien.

Leasingvertragsarten

In der Praxis existiert eine Vielzahl an Leasingvertragsarten. Die gängigste Unterscheidung ist zwischen einer Vollamortisation und einer Teilamortisation. Im Immobilien-Leasing werden meist Teilamortisationsverträge genutzt.  

Vollamortisationsvertrag:
Beim Vollamortisations-Vertrag deckt die Summe der Leasingraten während der Laufzeit sämtliche Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie sonstige Aufwendungen des Leasinggebers einschließlich der Finanzierungskosten und dem kalkulierten Gewinn ab.

Teilamortisationsvertrag:
Beim Teilamortisations-Vertrag decken die während der Laufzeit zu leistenden Leasingraten nicht die gesamten Investitionskosten ab. Bei Leasingbeginn wird ein bestimmter Restwert festgelegt, welcher am Ende des Leasingvertrages erbracht werden muss. Diese Zahlung führt dann zur Vollamortisation.  

Leasingzahlungen/ Leasingraten

Die monatliche bzw. vierteljährliche Leasingrate wird aus dem Leasingsatz in Prozent der Anschaffungskosten berechnet. Dadurch wird dem Leasingnehmer eine klare Liquiditätsplanung ermöglicht. In die Leasingrate können ferner Zusatzleistungen, wie Versicherungsprämien eingerechnet werden.

Liquidität

In der Betriebswirtschaftslehre versteht man unter Liquidität die Fähigkeit eines Wirtschaftssubjektes, seine fälligen Verbindlichkeiten jederzeit begleichen zu können. Die Schonung der Liquidität ist einer der Vorteile für die Investitionsfinanzierung mittels Leasing. Durch die Bereitstellung der benötigten Investitionsmittel durch eine Leasinggesellschaft fallen die Kosten für die Investitionsgüter erst an, wenn diese bereits genutzt werden und damit durch die erwirtschafteten Erlöse neue Liquidität geschöpft werden kann. Leasing hilft Unternehmen somit bei der Planung und Vorhaltung von notwendigen liquiden Mitteln.

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